Verwüstung

Die Nationalsozialisten zwangen ihre Opfer, für die während des Novemberpogroms entstandenen Schäden selbst aufzukommen. Als Beleg für den Umgang mit den von den Nationalsozialisten angerichteten Verwüstungen mag auch ein Brief aus dem Jahre 1938 dienen, in dem ein Anwohner der Steinstraße Schadenersatz für die an seinem Grundstück entstandenen Zerstörungen fordert.

Die "Verordnung zur Wiederherstellung des Straßenbildes" bestimmte, dass die jüdischen Eigentümer die Beschädigungen ihrer Häuser und Geschäfte selber zu beseitigen hätten. Die Synagoge konnte von der jüdischen Gemeinde nicht wieder aufgebaut werden.

Forschungen von Karl Liedke zur Rüstungsproduktion in Braunschweig haben Hinweise ergeben, dass es Pläne einer SS-Kommission gab, die Synagoge in eine Rüstungsproduktionsstätte umzuwandeln (1). Dazu kam es aber nicht. 1940, nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, wurden die Überreste des Gebäudes abgetragen und an der Stelle ein Luftschutzbunker errichtet, der auch heute noch im Katastrophenfall nutzbar ist. In dem Bunker sollten ca. 1.300 Personen Platz finden. Er war in den späten Kriegsjahren jedoch oft überbelegt; so dass bei jedem Luftangriff bis zu 5.000 Menschen hinter den 1,10 dicken Mauern Schutz suchten.

(1) Gespräch mit Karl Liedke am 19. Juni 2002.